KARRIEREKILLER HAUSARBEIT
Warum Frauen weniger Geld verdienen Wer sich um seine Kinder kümmert, bekommt auf Arbeit weniger Geld: Laut einer Studie ist Hausarbeit ein Riesen-Karrierekiller - vor allem für Frauen, aber auch für Männer.
( Spiegel online ) Berlin - Hausarbeit macht arm - das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach verdienen Frauen mit Vollzeitjob und täglich zwei Arbeitsstunden im Haushalt fast ein Viertel weniger Gehalt als Kolleginnen, die sich die Hausarbeit ersparen. Je mehr Hausarbeitsstunden sie leisten, desto weniger Gehalt bringen sie nach Hause.
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Der amerikanische Ökonom und Nobelpreisträgers Gary S. Becker hat dafür eine einfache Erklärung: Berufstätige, die nebenbei noch im Haushalt arbeiten, haben weniger Zeit und Energie für ihren eigentlichen Job. Darunter leiden Networking und Weiterbildungen - und in der Folge auch das Gehalt.
Das gelte selbst dann, wenn die Betroffenen genausoviel Zeit im Büro verbringen wie ihre Kollegen, die keine Hausarbeit leisten. Um die Doppelbelastung durch Beruf und Haushalt zu mildern, entscheiden sich die im Haushalt Tätigen laut Studie für weniger energieraubende Tätigkeiten und nehmen Möglichkeiten zur Weiterbildung seltener in Anspruch.
Die DIW-Studie wurde auf Basis von Daten aus dem Sozio-ökonomischen Panel (Soep) erstellt. Das Panel ist eine repräsentative Befragung, die bereits seit 25 Jahren läuft. Im Auftrag des DIW werden jährlich 20.000 Personen in 11.000 Haushalten befragt.
Auch wenn Männer inzwischen öfter im Haushalt anpacken als noch zu Beginn der neunziger Jahre, trägt das nur teilweise zur Entlastung der Partnerinnen bei. "Die typisch weiblichen Tätigkeiten sind in der Regel eher unflexibel", sagt Anger. Die klassischen Haushaltstätigkeiten der Männer wie Reparaturen oder Gartenpflege lassen sich leicht aufs Wochenende verschieben, ohne dass der Job leidet. Klassisch weibliche Aufgaben wie Kochen, Einkauf oder Kinderbetreuung dagegen lassen sich nicht aufschieben und müssen jeden Tag erledigt werden.
Eine Erklärung für diese Diskrepanz ist laut der DIW-Studie, dass Paare sich die Hausarbeit abhängig vom Einkommenspotential beider Partner aufteilen. Wer ein niedrigeres Bildungsniveau und dadurch schlechtere Gehaltsaussichten habe, übernehme aus finanziellen Gründen mehr Hausarbeit.
"Die Politik sollte für eine Angleichung der Arbeitsbelastung von Frauen und Männern sorgen, indem sie ihnen zu gleichen Startpositionen verhilft", fordert Anger deshalb. Frauen mit Kinderwusch investierten weniger in ihre Bildung und brechen häufiger das Studium ab. Daher sollten zum Beispiel Teilzeitstudenten und -studentinnen mit Kindern stärker gefördert werden.
maf